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Chronik 2017-03-06T22:00:18+00:00

Vorgeschichte

Es war im Jahre 1911, als der dritte Sohn der Eheleute Edeltraud und Philipp Sauer aus Laufach, Johann Sauer, als 14-Jähriger seine Lehre im Wagnerhandwerk in Leidersbach begann. Schon als Schulbub hatte er großes Interesse an handwerklichen Arbeiten und auch im Zeichnen bewies er großes Geschick. Damals war es nicht einfach, die Lehre im abgelegenen Leidersbach. Natürlich musste er während der Woche beim Meister wohnen. Nicht zu vergessen, dass es keine „Lehrlings-Vergütung“ gab – die Eltern zahlten für die Ausbildung des Sohnes.

Zwar war es Johann Sauer aufgrund der elterlichen Landwirtschaft nicht möglich, auf die Walz zu gehen, aber er bildete sich als Geselle im Betrieb des damaligen Obermeisters Etzel in Aschaffenburg weiter aus. Sonntags besuchte er zusätzlich die Zeichenschule in Laufach.

1915

Firmengründung

Bereits mit 18 Jahren wagte Johann Sauer den Schritt in die Selbständigkeit und baute im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern die erste Werkstatt für sich aus.

Von Juni 1916 bis Kriegsende 1918 Soldat, musste er den Tod seines Vaters im September 1918 hinnehmen.
Ihm hatte er auf dem Sterbebett versprochen, neben der Wagnerei die Landwirtschaft weiter zu betreiben. Ehefrau Auguste, die er 1924 heiratete, war ihm dabei größte Stütze.

1926 folgte die Meisterprüfung als Wagner und der erste Lehrling, Karl Hock aus Hain, wurde eingestellt.

Johann war ein fortschrittlicher Handwerker. Die Begeisterung für Technik zeigte sich auch darin, als er den ca. 1920 angeschafften „Göpel“ für den Antrieb der Maschinen seiner Wagnerei nutzte. Dieser wurde angetrieben mit den Ochsen aus der bestehenden Landwirtschaft. Es galt, alles zum Vorteil und Nutzen seiner Werkstatt anzufertigen.

Sohn Philipp, 1925 geboren, kennt noch viele Details aus dieser Zeit, er wurde schon als kleiner Junge eingearbeitet.

Da er immer auf dem neuesten Stand der Technik bleiben wollte und sich für alle Fortschritte interessierte, blieb es nicht aus, schon 1930 nach Leipzig auf die Messe zu fahren – damals nicht ganz so selbstverständlich für einen jungen Meister aus dem Spessart! Messen im nahen Frankfurt waren da auch schon kleinere Unternehmungen, aber trotzdem für ihn ganz selbstverständlich. Großes Können und viel Fleiß brachten dem jungen Meister immer wieder erstaunliche Aufträge:
Nicht nur die obligatorischen Wagenräder und Wagen, Eggen und sonstige landwirtschaftlichen Geräte, auch Serienartikel z. B. für die Eisenwerke Laufach oder die Hösbacher Maschinenfabrik, Arbeiten an Dreschmaschinen, sowie der Umbau einer Kutsche zum Leichenwagen für die Gemeinde Laufach machten die „Hämers-Wagnerei“ bekannt.

1930–1932

Rolladen- und Jalousiebau

Den Trend neuzeitlicher Bauweise unter Verwendung zweckmäßiger Rollläden an Wohnungs- und vor allem Geschäftsraumfenstern erkannten in Laufach Herr Josef Seubert und Wagnermeister Johannn Sauer.
Sie taten sich zusammen und stellten als Firma „Sauer und Seubert“ das neue Produkt her.

Am 15. Juni 1930 erfolgte die Eintragung als Rolladenfabrik. In der Werkstatt der Wagnerei Sauer, Hauptstraße 130, wurden somit die ersten Rollläden in Laufach angefertigt.

Schwierig waren die Anfänge im Rollladen- und Jalousiebau, bedurfte es doch besonders auf dem Lande großer Überzeugungskraft und Ausdauer, um den einzelnen Bauherren die Vorteile von Rollläden deutlich zu machen und sie dazu zu bewegen, diese auch einzubauen. Es waren speziell Holzrollläden, die hergestellt und im näheren Raum montiert wurden. Der Transport erfolgte mit der Bahn oder dem Pferdefuhrwerk der Sauers. Per Fahrrad oder mit dem Sachs-Motorrad fuhr man zur Baustelle.

Nachdem sich 1932 die Wege der beiden Laufacher Pioniere im Rollladenbau getrennt hatten, behielt Johann Sauer neben seinem Hauptberuf Wagner den Rollladenbau bei, aber auch die Landwirtschaft blieb ein weiterer Erwerbszweig. Neben den Arbeiten in der Wagnerei wurde zusätzlich zur bestehenden Landwirtschaft mit den Pferden Holz aus den Spessartwäldern gefahren und Lohnarbeiten ausgeführt.

1939–1945

Kriegszeiten

Schon zwei Tage vor der Mobilmachung im September 1939 kam ein schwerer Schlag für die Familie. Vater Johann wurde eingezogen. Sohn Philipp, zu Beginn seiner Lehrzeit, war ohne Meister. Mit einfachen und speziellen Reparaturarbeiten ging es für Philipp weiter. Im Sommer 1940 wurde der Vater wieder freigestellt und der Kampf ums Überleben ging weiter.

Für diese Zeit bemerkenswert ist besonders die Anfertigung von Skiern für die Dorfjugend, die teilweise selbst Rundholz brachte und dem Wagner ihre Sonderwünsche vortrug.

Mit den teilweise aus Norwegen importierten Bindungen durch Laufacher Kriegsteilnehmer wurde so aus jedem Paar Skier eine einmalige Sonderedition.

Nachdem Philipp von Januar 1943 bis August 1945 ebenfalls eingezogen und nach Gefangenschaft wieder entlassen war, dachte man an einen neuen Anfang und Philipp setzte sich nochmals an die Schulbank, um seine Gesellenprüfung als Wagner machen zu können.

Neue Produktfelder

Die Zeiten ändern sich

Immer weniger Räder aus Holz und weniger Wagen waren gefragt.
Der Fortschritt brachte den Wagnern Rückschritt.

Nur der Tatkraft und dem Mut von Vater und Sohn war es zu verdanken, neue Herausforderungen anzunehmen:
ein großes Wasserrad zur Gewinnung von Strom im Kreuzgrund, Umbau und Ausbau eines Omnibusses sowie Klappstühle für das „Baweda-Kino“ in Laufach.

Für Fa. Knoll, Heimatvertriebene aus dem Sudetenland, wurde in mühevoller Kleinarbeit und nach Skizzen von Herrn Knoll für dessen Weberei gearbeitet. So z. B. ein Rad mit ca. 130 cm Durchmesser aus Holz, beplankt mit einem aufgeschweißten T-Eisen, aus welchem rundum per Hand Zähne ausgefeilt wurden. Um einen ruhigen und sicheren Lauf zu erzielen, baute man ein kleineres Rad auf die Drehbank. Hier lief es tagelang in Verbindung mit dem großen Rad, bis dieses sich eingelaufen hatte.
Auch ein sogenannter „Breitspanner“ zur Aufnahme des gewebten Tuchs (insbesondere Mühlengaze) zum Erzielen einer gleichmäßigen Spannbreite, war ein Produkt der Sauers. Dieser Breitspanner musste infolge seiner Größe in der ehemaligen Kegelbahn in Frohnhofen aufgestellt werden.

Solche Arbeiten waren so ganz nach dem Geschmack des Seniors Johann Sauer – hier kam sein großes Talent als Tüftler zur Geltung. Solche nicht ganz herkömmlichen Sonderarbeiten sowie Aufbauten für Lieferwagen, z. B. für Bäcker, ließen den Betrieb nicht ganz erlahmen.

1948

Schon immer hatte sich Philipp für den Beruf des Schreiners interessiert.
Die Arbeiten für die Wagnerei wurden immer weniger. So begann er, sich nach und nach mit Möbelreparaturen und kleineren Bauschreinerarbeiten bekannt zu machen.
Fleiß und sorgfältige Arbeiten überzeugten und so entstand langsam ein neues Standbein.
Als die Familie im Frühsommer 1948 das alte Wohnhaus abriss, kam am 20. Juni 1948 ein harter Schlag: Die Währungsreform!

Am Tag danach kamen die ersten Maurer. Was das heißt, mit nur dem Kopfgeld von 60 Mark pro Person einen solchen Anfang zu machen, kann man sich heute kaum mehr vorstellen.

Für den Neubau waren Schreinerarbeiten zu machen: Fenster, Türen, Treppen und Fußböden. Aber auch bei den Maurern und Zimmerleuten war zu helfen. Organisationstalent war gefragt, sparsamste Maßnahmen gefordert.

Die Sandsteine für Keller und Erdgeschoss wurden selbst im Steinbruch gebrochen und gefahren. Auch die 40 m³ Eiche und 30 m³ Fichte für das Fachwerk und Dach wurden in eigener Regie gefällt, geschält und gefahren.

In diesen Jahren wurden ab dem Herbst Spielzeuge in teilweise großen Mengen hergestellt. Diese Erzeugnisse wurden bis Kassel und Frankfurt verkauft.

1957–1958

Als mit fortschreitender Baukonjunktur auch die Nachfrage nach Rollläden stieg, wurde besonders dieser Bereich neben der Bauschreinerei und dem Möbelhandel forciert. Jetzt hieß die Firma, die noch in einer Werkstatt von ca. 50 qm untergebracht war, Johann Sauer und Sohn.

Philipp machte 1957 seine Meisterprüfung als Schreiner, für welche er sich in Abendkursen vorbereitet hatte.

Rollladenarbeiten wurden nun auch schon in der weiteren Umgebung, Odenwald und Karlstadt/Gemünden ausgeführt. Als im Jahre 1958 die ersten Kunststoff-Rollläden auf den Markt kamen, wurden mit unternehmerischem Weitblick sofort auch diese in das Programm aufgenommen.

Neben Schreinerarbeiten, Möbelhandel, Rollladen- und Klappladenfertigung und Montage mit ständig zwei bis drei Mitarbeitern, war die Landwirtschaft und der Fuhrbetrieb mit zwei Pferden immer noch ein weiterer Geschäftszweig.

1961

Ab 1960 wurde es zu eng bei den Sauers. Pferde und Kühe wurden verkauft, die Felder verpachtet, Ställe und Scheunen abgerissen.

Das Jahr 1961 brachte die entscheidende Wende: Die alte Werkstatt und die landwirtschaftlichen Gebäude weichen einer modernen Werkstatt in Shedbauweise.

1963

Betriebsübergabe

Ab 1962 hatte Philipp eine ständige Bürokraft: Seine Frau Anni, die aber auch selbstverständlich in der Werkstatt mithalf. Schließlich war die Fertigung sowohl der Holz- als auch der Kunststoffrollläden ausschließlich Frauenarbeit. Auguste und Anni Sauer sowie Frau Lindl waren hier tätig.

Ab 1963 übernahm Philipp Sauer den Betrieb in Eigenverantwortung.

Neue Werkstoffe

Ab 1965 wurde als weiterer Produktzweig die Kunststoffverarbeitung aufgenommen. In dieser Zeit wurde von den Sauers für Rolläden ein Beschlagteil aus Kunststoff entwickelt, welches Gebrauchsmusterschutz erhielt und patentiert wurde. Dieser Kipp-Anschlagwinkel wurde im Spritzgussverfahren mit einer modernen Maschine hergestellt und an Rollladenfachbetriebe verkauft.

Im Januar 1967 erweitert sich das Programm auf die Herstellung und den Vertrieb von „WIRUS“-Rollladenfertigkästen, später „Prix“

1971–1977

Werkstatt Neubau

Nach dem Umzug der Raiffeisenbank in ihr neues Gebäude wurde die ehemalige Schule frei und konnte 1971 von Philipp Sauer erworben werden. Unter Einbeziehung dieses Schulgebäudes wurde 1974/75 ein zweigeschossiges Betriebsgebäude mit einer gewerblichen Nutzfläche von über 1.000 qm errichtet.

Neue Produktfelder

„Back to the Roots“

In den Jahren 1973/74 merkte Philipp Sauer bei Besuchen auf Baustellen immer mehr, dass es dort an Balkongeländern fehlte.
Bei der Landkreis-Ausstellung im September 1974 in der Hösbacher Turnhalle war man zusammen mit Kollegen der Schreinerinnung vertreten. Der eigene Stand war ein hübscher Blickfang. Besondere Beachtung fand das zur Dekoration gedachte Balkongeländer.

Die vielen Fragen, woher dieses Geländer stammt, führten letzten Endes zu dem Entschluss, in Zukunft Balkongeländer anzufertigen. Ein neuer Betriebszweig war geboren.

Nach vielen Versuchen mit Kunststoff, Metall u. ä. begann Philipp Sauer mit Entwürfen und Ausarbeitungen für Balkongeländer aus Holz. Nach und nach wurde die Werkstatt umgestaltet und -gebaut, so dass eine moderne Schreinerei zur Herstellung von Balkongeländern entstehen konnte. Natürlich waren der Rollladenbau, die Herstellung von Rollladenkästen und der Vertrieb von Markisen noch immer das Hauptstandbein der Firma.

Am 15.10.1976 stirbt der Seniorchef und Firmengründer Johann Sauer im Alter von 79 Jahren.

1977 wurde die Firma in „Philipp Sauer GmbH“ umgewandelt.

1983

Werkstatt Neubau

In der Werkstatt Spessartstraße/Raiffeisengasse wurde es immer enger. Die Fertigung der Balkongeländer erforderte neue Maschinen und auch die Lagermöglichkeiten für Holz und alle übrigen Materialien waren ausgeschöpft.
Erschwerend war die Tatsache, dass z. B. für das Abladen der Hölzer aus Platzgründen kein Stapler einzusetzen war. Zu dieser Zeit wurde der Betrieb meist zweimal wöchentlich mit je ca. 10 m³ Holz beliefert. Das Abladen war harte Handarbeit und sehr zeitaufwändig.
Möglichkeiten zum Anbau gab es in der Ortsmitte keine. So entschlossen sich die Eheleute Sauer nach Rücksprache mit ihren Kindern zum Erwerb von Grundstück und Gebäude der ehemaligen Kleiderfabrik „Greiff“ in Laufach.

Ab 1.9.1983 beginnt Tochter Katharina Sauer eine Lehre als Bürokauffrau in der elterlichen Firma.

1984

Taufe des neuen Firmengebäudes

Das Betriebsgebäude hat eine Nutzfläche von über 3.000 qm. Im oberen Stock erfolgt die Produktion und Oberflächenbehandlung der Holzbalkongeländer. Im Erdgeschoss befindet sich eine Schlosserei, Herstellung und Konfektion von Rollläden, Rolltoren und Rollladenkästen sowie Metall- und Schraubenlager.

Die Büro-, Verkaufs- und Ausstellräume sind hier ebenfalls auf ca. 600 qm untergebracht.

Nach seiner Schreinerlehre bei Firma Dorn in Hösbach und der vorgezogenen und erfolgreich abgelegten Gesellenprüfung trat der älteste Sohn Rudolf im Frühjahr 1984 in die Firma ein.

1985–1995

Um gute und saubere Arbeitsbedingungen zu schaffen, entschloss sich Familie Sauer, den kompletten Hof und die Parkplätze pflastern zu lassen. Auch ein Holzlagerplatz mit ca. 300 m² wurde in diesem Jahr überdacht. Für die Balkongeländer konnte nun neben Tannenholz auch Fichte und Meranti angeboten werden.

Das Abladen solcher Holzlieferungen konnte nun in kürzester Zeit durch einen Mann und den ersten Stapler, ein BKS Baujahr 1967, bewerkstelligt werden.

Auch der zweite Sohn Peter erlernt das Schreinerhandwerk bei Firma Heck in Rottenberg. Ab Sommer 1986 verstärkt auch er die Firma Sauer GmbH durch seinen Eintritt. Auch Katharina tritt nach ihrer erfolgreich abgelegten Prüfung als Bürokauffrau zur gleichen Zeit als Angestellte in den Betrieb ein.

Nach drei Semestern an der Meisterschule in Ebern legt Rudolf 1988 erfolgreich seine Meisterprüfung im Schreinerhandwerk ab. Er wird 1989 Geschäftsführer der Sauer GmbH. Damit Peter seine Zweitausbildung im Rollladen- und Jalousiebau in der GmbH absolvieren darf, muss noch eine kleine bürokratische Hürde genommen werden. Da dieser Beruf früher kein eigenständiger Berufszweig war, wurde eine Ausbildung durch Philipp Sauer nicht genehmigt.

Also musste Philipp nach Bamberg, um dort vor einem Prüfungsausschuss seine Fähigkeiten als 63-Jähriger zu beweisen, was ihm aber keine Probleme bereitete. Zwischenzeitlich hatte aber auch Rudolf einen Meisterkurs in Wiesbaden belegt und 1990 als Jahrgansbester seine Meisterprüfung im Rollladen- und Jalousiebauhandwerk absolviert.

Kurz darauf beendete Peter seine Lehre im Rollladen- und Jalousiebauer-Handwerk ebenfalls als Prüfungsbester. Neben ihrer Bürotätigkeit bildete sich Katharina in Würzburg zur Wirtschaftsassistentin aus und legt 1992 erfolgreich ihre Prüfung ab.

Nach einem Jahr Meisterschule in Bad Wildungen beendete auch Peter den Lehrgang 1993 mit Bestehen der Meisterprüfung im Tischlerhandwerk. Katharina Rauchalles, geb. Sauer, führt mit Rudolfs Frau Barbara Sauer den kaufmännischen Bereich.

Am 7.12.1994 stirbt Auguste Sauer im Alter von 91 Jahren.

1995 wird die Balkongeländerproduktion ausgeweitet auf die Holzarten Fichte, Hemlock, Douglasie und Meranti.
Verschiedene Oberflächenbehandlungen von der einfachen Tauchgrundierung bis zur fertig gespritzten Oberflächenlasur runden das Fertigungsprogramm ab. Auch Vordächer und Überdachungen aus Holz werden hergestellt.

2000

Das nächste Jahrtausend

Zur Jahrtausendwende spezialisieren sich die Geländerprofis auf die wetterbeständigeren Holzarten Douglasie und Meranti, um sich von Mitbewerbern zu unterscheiden. Neue Oberflächenbehandlung mit umweltfreundlichen Wasserlasur-Systemen der Firma Adler tragen hierzu erheblich bei.

Bedingt durch das Nachlassen der Neubautätigkeiten ändert sich vieles für den Fachbetrieb. Der typische Neubau, ein früher sehr wichtiges Standbein im Rollladenbau, wird immer schwächer und letztlich aufgegeben. Lediglich Rollladenkästen werden weiterhin für den Bauhandel oder direkt für Maurer und Bauherren konfektioniert und verkauft.

Immer mehr werden Rollladenrenovierungen und Elektroantriebe für Rollläden ein wichtiges Tätigkeitsfeld. Einzelne Mitarbeiter werden weitergebildet und dürfen Elektroanschlüsse für Rollläden und Tore durchführen.

Weitsichtig wie eh und je beginnt der Zukauf und die Montage von Aluminium-Balkongeländern. Ab 2002 werden die Aluminiumgeländer von zwei Herstellern aus dem Schwarzwald und der Rhön zugekauft und montiert. Die Balkongeländer entsprechen jedoch nicht den Qualitätsansprüchen der Sauers.

Im August 2004 erfolgt die erste Lieferung Aluminiumprofile. Insgesamt 5.000 kg Paneelen und Rahmen wurden angeliefert. Der Umbruch in eine neue Ära im traditionsreichen, aber auch immer innovativen Betrieb wurde greifbar.

Die erste kleine Maschinenerweiterung kam mit dem Kauf einer Elumatec-Tischkreissäge.

Im Sommer 2003 wird der Waschbetonfassade ein neues Kleid verpasst (Foto).

2005–2006

Firmenjubiläum – 90 Jahre Sauer

Ein Wochenende ganz im Zeichen des Jubiläums, mit Betriebsführungen und historischer Ausstellung. Ganz besonderes Interesse fand die Sondershow „Wagnerei Sauer“, welche ältere Besucher und erstaunlicherweise sehr viele junge Besucher anlockte. Diese Ausstellung wurde in der Werkstatt speziell für dieses Wochenende aufgebaut.
Im Außenbereich bereicherten die Oldtimerfreunde aus Laufach mit ausgestellten Exponaten das historische Fest.

Bei einer Olympiade für Monteure, die durch den Rollladenantrieb-Vorlieferanten Somfy 2006 ausgerichtet wurde, siegt die Sauersche Mannschaft mit Christian Stürmer und Christian Krengel im Bezirk Großraum Frankfurt.

Zum Jahreswechsel 2006/2007 wird der Bereich Rollladenkästen aufgegeben. Die geringe Baukonjunktur macht diesen Bereich, der stark vorfinanziert werden muss, unrentabel.

Im Bereich Aluminiumgeländer wurde dagegen investiert. Unser Weihnachtsgeschenk erreichte uns pünktlich zu Weihnachten 2006. Eine computerunterstützte Fünfachsensäge – wieder von Elumatec – sichert die präzise Fertigung der Geländer.

2007

Deutscher Meister

Am 17. April 2007 war es so weit: Beim Finale in Fulda traten sieben Monteurteams, die sich in den Jahren 2004 bis 2006 in den regionalen Vorentscheiden qualifiziert hatten, zum Wettkampf gegeneinander an. Gut vorbereitet stellte sich das Sauer-Team den anspruchsvollen Aufgaben rund um die Rollladenelektrifizierung.

Insgesamt überzeugten alle Monteure mit fundierten Kenntnissen und handwerklichen Fähigkeiten. Letztendlich konnten Christian Krengel und Christian Stürmer den Titel »Somfy Bundessieger« für sich reklamieren. Die Goldjungs setzten sich gegen das Team der Firma Stutzer GmbH aus Norderstedt (Platz 2) und der Firma Weß GmbH aus Mannheim (Platz 3) durch.

2008–2010

Veränderungen kündigen sich an

Im Februar 2008 finden zum ersten Mal die »Balkontage« statt – Tagesseminare über Aluminiumgeländer sowie ein Verkaufstraining speziell für Wiederverkäufer. Die Geländerausstellung im Freigelände wird abgerissen und der Landschaftsgärtner Ritter aus Bessenbach nutzt nun diesen frei gewordenen Platz für eine Dauerausstellung.

Die Auftragslage für Aluminium-Balkongeländer steigt kontinuierlich an. Zeitgleich werden fast keine Holzgeländer mehr produziert. Die Zwischenlagerung der Aluminiumprofile und montagefertigen Aufträge platzt aus allen Nähten. Man beschließt daher den Oberflächenraum stillzulegen, durch das Versetzen einer Wand zu vergrößern und sämtliche Holzbearbeitungsmaschinen hier aufzustellen und anzuschließen. Der nun frei gewordene Hauptraum steht für die Alugeländerproduktion komplett zur Verfügung.

Im Februar 2010 wird ein Stabbearbeitungszentrum gekauft und die Sauer-Schreiner lassen sich wieder einmal neue Kenntnisse für die Aluminiumbearbeitung beibringen.